Was ist Powerlifting

Kraftdreikampf & Bankdrücken
aus Wikipedia, mit Ergänzungen von Cina Serge, angepasst für die Schweiz

Der Kraftdreikampf (oder auch das Powerlifting) ist eine Wettkampfsportart der Schwerathletik. Sie setzt sich zusammen aus den drei Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben. Die drei Übungen werden bei Wettkämpfen in der genannten Reihenfolge absolviert. Es gibt auch Wettkämpfe mit der Einzeldisziplin Bankdrücken und so genannte Push & Pull Wettkämpfe, diese setzen sich zusammen aus den zwei Disziplinen Bankdrücken und Kreuzheben.

Kraftdreikampf ist am ehesten mit dem olympischen Gewichtheben (Zweikampf: Reißen, Stoßen) vergleichbar. Ziel ist es auch hier, größtmögliche Lasten zu bewältigen. Für Spitzenleistungen kommt es beim Kraftdreikampf überwiegend auf große Maximalkraft und viel weniger als beim Gewichtheben auf gute Technik an.

Kraftdreikampf im Wettkampf
Die Starter werden bei Wettkämpfen in Alters- und in Gewichtsklassen eingeteilt. In jeder Disziplin sind ihnen jeweils drei Versuche gestattet. Ein zusätzlicher vierter Versuch kann in Ausnahmefällen genehmigt werden, wenn es dabei um die Aufstellung eines neuen Rekordes geht. Die im vierten Versuch erbrachte Leistung geht jedoch nicht in die Wettkampfleistung ein. 2007 ist beim IPF der vierte Versuch gänzlich abgeschafft worden, um die rasche Durchführung des Wettkampfes zu ermöglichen. Bei den anderen Verbände ist der vierte Versuch bis dato gestattet

Altersklassen

Swiss-IPF SPCO
Jugend14–18 JahreT13-1513 - 15
Junioren 19–23 JahreT15-1716 - 17
allgemeine Klasse24–39 Jahre T18-1918 - 19
Masters Iab 40 Jahre Jun20 - 23
Masters IIab 50 Jahre Open24 - 39
Masters IIIab 60 JahreM40-44 40 - 44
Masters IVab 70 JahreM45-49 45 - 49
  M50-5450 - 54
  M55-59 55 - 59
  M60-64 60 - 64
   M65-69 65 - 69
  M70-7470 - 74
  M75-7975 - 79
  M80+ab 80

 

 

 

 

 

 

 

Gewichtsklassen

Swiss-IPF SPCO
Frauen Männer Frauen Männer
-43 kg -53 kg - 44 kg -52 kg
-47 kg -59 kg -48 kg -60 kg
-52 kg -66 kg -52 kg -67.5 kg
-57 kg -74 kg -60 kg -75 kg
-63 kg -83 kg -67.5 kg -82.5 kg
-72 kg -93 kg -75 kg -90 kg
-84 kg -105 kg -82.5 kg -100 kg
+84 kg -120 kg -90 kg -110 kg
  +120 kg +90 kg -125 kg
      -140 kg
      +140 kg

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausführung der einzelnen Übungen unterliegt einem strengen Reglement. Pro Disziplin hat jeder Athlet in der Regel drei Versuche, bei denen ein möglichst hohes Gewicht bewältigt werden muss. Von einem Versuch zum nächsten darf das Gewicht nur erhöht bzw. unverändert gelassen werden, nicht aber verringert werden. Die jeweils besten Versuche in allen Disziplinen werden addiert und als Total oder Gesamtgewicht notiert. Der Athlet mit dem höchsten Total einer Gewichtsklasse gewinnt die Klasse. Bewältigen zwei oder mehr Athleten dasselbe Gesamtgewicht, so entscheidet das beim Wiegen vor dem Wettkampf ermittelte Körpergewicht über die Platzierung: Der Sportler mit dem niedrigeren Körpergewicht wird in der Wertung vor dem schwereren Athleten platziert. Wird zusätzlich ein Gesamtsieger gekürt, so erfolgt die Kürung auf Basis der Relativpunkte-Wertung (Leistung in Relation zum Körpergewicht nach Punkten).

Für die Bewertung der Übungen sind drei Kampfrichter (ein Hauptkampfrichter, zwei Seitenkampfrichter) um die Wettkampfplattform angeordnet. Der Hauptkampfrichter ist unter anderem für die Kommandos ("Beugen"/"Ablegen", "Start"/"Press"/"Ablegen", "Ab") zuständig. Eine Nichtbeachtung dieser Kommandos führt dazu, dass ein Versuch ungültig gewertet wird.

Relativpunkte
Die Punkte-Formeln bewertet die Leistung des Athleten in Abhängigkeit seines Körpergewichts und Geschlechtes, je nach Verband wird auch das Alter berücksichtigt. Sieger ist derjenige, der die höchste Punktzahl erreicht. Dieses System wird vor allem in der Schweiz angewendet, da es zu wenig Athleten hat um alle Kategorien zu besetzen.
Die eigentliche Formel ist vergleichsweise einfach: Gewicht * Koeffizent . Das Gewicht ist die bewegte Last im Wettkampf, der Koeffizient ergibt sich aus der so genannten Koeffizen-Tabelle, welche eine Auflistung von Koeffizienten für unterschiedliche Körpergewichte (in der Regel auf 100 Gramm genau) ist. Männer und Frauen haben dabei unterschiedliche Koeffizienten. Dies selben Koeffizienten gibt es auch für Junioren und Alterskategorien

National und International
Im Gegensatz zum Gewichtheben ist der Kraftdreikampf keine olympische Disziplin, jedoch ist das Bankdrücken paralympisch (siehe auch Paralympics). Als olympische Alternative für eine Vielzahl von Sportarten, die keinen Platz bei Olympia haben, haben sich die ebenfalls in einem 4-Jahres-Rhythmus stattfindenden World Games etabliert, zu deren Programm auch das Powerlifting gehört, allerdings mit veränderten Gewichtsklassen. Außerdem erfolgt die Ermittlung der Platzierungen bei den World Games anhand der erzielten Relativpunkte.
Frauen haben sich in dem von Männern dominierten Sport inzwischen durchgesetzt und nehmen selbst an internationalen Vergleichen teil.

Varianten, Ausrüstung und Hilfsmittel
Zwei Formen des Kraftdreikampfs werden unterschieden:

Kraftdreikampf mit unterstützender Ausrüstung (Equipment)
Das Equipment besteht aus den folgenden Komponenten (Eine maximale Leistungssteigerung durch die Ausrüstung zu bestimmen ist sehr schwierig da dies für jeden Athleten individuell ist und vom Hersteller, richtiger Größe, angepasster Technik, etc. abhängt ):

  • Beugeanzug
  • Bankdrückhemd
  • Kniebandagen
  • Kreuzhebeanzug
  • Monolift

Diese Variante ist in den USA viel stärker verbreitet als außerhalb. Neben der Maximalkraft kommt es für Spitzenleistungen auf gute Ausnutzung der unterstützenden Ausrüstung an, was nicht alle Athleten gleich gut beherrschen. Die Vergleichbarkeit der Leistungen ist dadurch erschwert, dass viele verschiedene Verbände - vor allem in den USA - eigene, von einander abweichende Ausrüstungsregeln haben; diese können sogar Vorschriften darüber enthalten, wer die Ausrüstung hergestellt hat ("Fabrikatsbindung").

Powerlifting ohne unterstützendes Equipment – Raw Powerlifting
Bei dieser Variante sind als Ausrüstung nur ein Gürtel, Handgelenks- und Kniebandagen erlaubt.
Prinzipiell sind alle Varianten und deren Regelungen bezüglich erlaubter und verbotener Techniken und der Ausrüstung und Hilfsmaterialien (z. B. Zughilfen) verbandsabhängig in Regelbüchern behandelt und bei Verbands-Wettkämpfen obligatorisch, ansonsten kann der Veranstalter eines Wettbewerbs in seiner Ausschreibung Regeln festlegen.